[DAP hasAccessTo=”3,9″ errMsgTemplate=”SHORT”]Das Wort „Einstellung“ ist ein an und für sich nichtssagendes Wort. Wir alle haben davon schon einmal gehört, meist in Zusammenhang mit Erfolg („Der hat die richtige Einstellung zu seinem Beruf“) oder Nichterfolg („Der hatte einfach nicht die richtige Einstellung“). Was ist denn nun aber eine Einstellung überhaupt und vor allem, was ist die richtige Einstellung?
Einstellung ist Erfahrung
Auch Waschmaschinen können ja bekanntlich die richtige oder die falsche Einstellung haben. Oder der Automotor, das TV-Gerät, der Rasenmäher, das Badewasser, der Brotbackautomat, usw. (Bemerken Sie es? Auch bei diesen Beispielen ist die richtige Einstellung die Grundlage für den Erfolg: saubere Wäsche, schnurrender Motor, scharfes Bild, Wembleyrasen, angenehme Badetemperatur, gut durchgebackenes Brot.)
Welches für unsere Beispiele die richtige Einstellung ist, finden wir ganz leicht heraus, wenn wir die Bedienungsanleitung nur aufmerksam genug lesen. Die Feinheiten finden wir dann durch Ausprobieren und den täglichen Gebrauch heraus. Manche, meist männliche, Zeitgenossen verzichten auch auf langwieriges Lesen von technischem „Gedöns“ und gehen nach der Methode vor: „Versuch macht kluch“. Irgendwann kriegen auch die raus, wie die Wäsche halbwegs in der Farbe aus der Maschine kommt, wie sie reingekommen ist.
Wir sind Menschen und haben deshalb ein Problem: Es gibt einfach keine Bedienungsanleitung für unsere Spezies. Keine Schalter, die man nur umlegen muss und schon stimmt die Einstellung. Bleibt uns also nur die Versuchs-Methode? Nicht nur, obwohl sie nicht völlig verkehrt ist, wie wir noch sehen werden. Wir Menschen haben gegenüber Maschinen nämlich (noch) einen entscheidenden Vorteil: Wir können lernen! Und zwar nicht nur aus den eigenen Fehlern wie in der Versuchs-Methode, sondern auch von anderen Menschen. Die meisten Dinge hat schon irgendein Mensch irgendwo auf der Welt vor uns gemacht.
Auf das Thema Erfolg bezogen, gibt es tausende, gar Millionen Beispiele und damit Vorbilder, von denen wir lernen können. Und es gibt sogar eine kleine Gruppe Menschen, die eine Wissenschaft daraus machen, so etwas wie eine Bedienungsanleitung für den Menschen zusammenzubasteln. Man nennt sie Psychologen und die Anleitung Psychologie. Über deren Erfolg kann man durchaus streiten. Schaden kann es aber nicht, mal zu schauen, was diese in den letzten Jahrhunderten so zum Thema „menschliche Einstellungen“ hervorgebracht haben.
Ein Psychologie-Handbuch habe ich leider gerade nicht bei der Hand, muss „Wikipedia“ eben mal wieder weiterhelfen:
„Eine Einstellung wird nach Gordon Allport definiert als mentaler und neuraler Bereitschaftszustand, der durch die Erfahrung strukturiert ist und einen steuernden Einfluss ausübt auf die Reaktionen des Individuums gegenüber allen Situationen und Objekten, mit denen dieses Individuum eine Beziehung eingeht.“
„Einfacher ausgedrückt handelt es sich also bei einer Einstellung um eine auf Erfahrungen beruhende (Reaktions-)Tendenz, die sich dadurch ausdrückt, dass man einen bestimmten Einstellungsgegenstand mit Zuneigung oder Ablehnung bewertet und behandelt.“
(Quelle: Artikel „Einstellung (Psychologie)“ in der freien Enzyklopädie Wikipedia am 20.05.2011 http://de.wikipedia.org/wiki/Einstellung_%28Psychologie%29)
Eine Einstellung ist demnach ein „Bereitschaftszustand“ oder eine „Tendenz“, die wir uns durch Erfahrung aneignen, und die einen Einfluss auf unsere Reaktionen gegenüber Situationen oder Objekten hat. Solche Reaktionen können positiv (Zuneigung) aber auch negativ (Ablehnung) sein.
Eine Einstellung beeinflusst unsere Reaktionen auf Situationen. Das heißt, sie bestimmt, wie wir in einer bestimmten Situation handeln! Und diese Einstellung wird außerdem von unseren Erfahrungen beeinflusst. Das heißt wiederum, unsere Erfahrungen haben einen großen Einfluss auf unser Handeln!
- Haben Sie Erfahrung im Umgang mit sehr viel Geld?
- Haben Sie Erfahrung als selbstständiger Unternehmer?
- Haben Sie Erfahrung mit Verantwortung für Investitionen oder Personal?
Ich gehe jetzt einmal davon aus, die meisten Leser werden alle diese Fragen mit „Nein“ beantworten, denn sie haben keine wirklich fundierten Erfahrungen als Unternehmer. Das bedeutet aber auch: Sie können (noch) gar nicht handeln wie ein Unternehmer, wenn Sie es nicht zuvor lernen. Ihnen fehlt (noch) die richtige Einstellung!
Betrachten Sie das bitte nicht als Vorwurf. Das ist einfach eine Tatsache und sich darüber im Klaren zu sein, ist eine ganz wichtige Voraussetzung für den langfristigen Erfolg. Haben Sie (noch) nicht die richtige Unternehmer-Einstellung, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Sie langfristig Erfolg haben werden. Es heißt aber auch nicht, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken, aufzugeben und den Traum vom eigenen Unternehmen, von finanzieller Freiheit und Unabhängigkeit aufzugeben.
Überlegen Sie:
- Würde das ein Unternehmer machen? Nein!
- Würde es dann überhaupt Unternehmer geben? Nein, aber es gibt sie!
Niemand wird mit „der richtigen Einstellung“ geboren, auch kein Unternehmer! Was haben also die ganzen erfolgreichen Unternehmer gemacht? Anders gemacht als die vielen Menschen, die es vielleicht versucht haben, aber keinen Erfolg hatten? Anders gemacht als Sie bis jetzt?
Gier und Angst
Erfolg und auch Geld sind emotionale Themen. Wohl niemand kann diese beiden Dinge völlig rational und losgelöst von persönlichen Gefühlen, Erfahrungen und Erlebnissen betrachten. Bei vielen Menschen sind Geld und Erfolg sogar mit Ängsten verbunden. Gier und Verlustangst sind wohl zwei der häufigsten Gefühle in Zusammenhang mit Geld.
Zwischen diesen beiden Polen schwanken die Emotionen eines jeden Menschen. Bei dem einen überwiegt die Gier, bei dem anderen die Verlustangst. Auch wenn von Sicherheit geredet wird, ist meistens die finanzielle Sicherheit gemeint und das ist nichts anderes als Verlustangst! Das ist eine Emotion, auch wenn sich das Bestreben nach Sicherheit auf den ersten Blick sehr rational und logisch anfühlt.
„Geh lieber auf Nummer sicher!“ hört sich an wie ein guter, ehrlicher, rationaler Rat. Gemeint ist aber: „Geh besser kein Risiko ein!“ Hier hört man deutlich die Verlustangst heraus. Natürlich gesteht man sich solche Ängste meist nicht explizit ein. Man täuscht sich selbst, indem man sich sagt, man höre auf seinen Verstand. Wer gesteht sich oder anderen schon gerne ein, er hätte Angst? Oft kommt dann auch die „innere Stimme“ zum Einsatz. Diese ist aber nur ein emotionaler Ersatz, nämlich für Argumente. Ängste kann man eben meist nicht mit Argumenten begründen.
Solche Ängste aber hat jeder. Der Angestellte genau so wie der Unternehmer. Und sie sind in gewissen Masse auch positiv, denn sie bewahren die meisten von uns vor allzu großen Dummheiten. Davor, dass allein Gier uns zu dazu treibt, die riskantesten Dinge zu tun. Angst ist, im Guten gesehen, das ausgleichende Pendant zur Gier. Das ist gut so, denn Gier ist ja bekanntlich keine gute Grundlage für unternehmerische Entscheidungen.
Nur ist Angst leider auch kein guter Ratgeber und auch keine wirklich solide Basis für unternehmerische Entscheidungen. Wie macht ein erfolgreicher Unternehmer das aber? Wie kriegt er seine Gier und gleichzeitig seine Ängste so unter Kontrolle, dass sie ihm nicht den Blick auf die Realität verstellen? Seine Entscheidungen nicht allzu sehr beeinflussen?[/DAP]