[DAP hasAccessTo=”3″ errMsgTemplate=”LONG”]Ich habe den Titel dieser Lektion bewusst motivierend gewählt. Richtigerweise müsste er heißen:
Erfolg MUSS man lernen!
Aber das hätte wohl so einige Leute abgeschreckt.
In den ersten Teilen dieses Workshops habe ich ja behauptet, jeder können im Internet erfolgreich werden, nur müsse er dafür auch etwas tun. Lernen war das Stichwort. Lernen, wie für jeden anderen Beruf auch. Onlinehandel ist kein Freizeitspaß. Hier geht es um richtiges Geld. Nicht nur solches, dass man verdienen kann, sondern auch um solches, was man verlieren kann, wenn man eine Existenzgründung in den Sand setzt oder Fehler macht, wofür einen Konkurrenten oder Abmahnanwälte zur Kasse bitten können.
Damit genau dass nicht passiert, muss man sich schon ein wenig auskennen mit der Materie. Man wird sich wahrscheinlich nie zu einhundert Prozent vor Abmahnungen schützen können (dafür sind die Gesetze zu komplex und, im Hinblick auf die neuen Technologien, zu alt und verstaubt), aber man kann das Risiko Opfer eines Abmahnanwaltes zu werden deutlich minimieren, wenn man sich mit den grundsätzlichen Dingen, wie Informationspflichten, Telemediengesetz, Widerrufsrecht, Datenschutzrecht, Markenrecht, Verbraucherrecht und auch den, für die als Betätigungsfeld anvisierte Branche, geltenden speziellen Gesetzen und Vorschriften vertraut macht. Und zwar schon VOR dem eigentlichen Start eines Projektes.
Ein Beispiel: Die wenigsten Leute, die daran gehen, irgendwelche Elektronikartikel bei eBay oder in einem Onlineshop zu Kauf anzubieten, kennen sich mit dem ElektroG aus, dem “Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten”. Die meisten haben wahrscheinlich noch nicht einmal etwas davon gehört. Deshalb wissen sie auch nicht, welche Pflichten dieses Gesetz ihnen, als neugebackenen Elektro- oder Elektronikhändlern, so alles auferlegt.
Und kennen Sie etwa die BattV (Batterieverordnung – Verordnung über die Rücknahme und Entsorgung gebrauchter Batterien und Akkumulatoren)? Diese Gesetze und Verordnungen verlangen von einem Händler nicht, wie in manchen Blogs und Foren immer noch behauptet, alte Kühlschränke oder Fernsehgeräte zurückzunehmen, aber sie verpflichten jeden Händler, der an Endkunden verkauft, seinen Kunden entsprechende Informationen zur Verfügung zu stellen. Versäumt er das, liefert er der Konkurrenz einen wunderbaren Grund für eine nette, kleine, teure Abmahnung. Allein dieses eine Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, sich (vorher) zu informieren.
Und das Lernen hört niemals auf!
Nicht nur, weil sich ständig irgendwelche Gesetze oder Vorschriften ändern oder irgendein Landgericht in seinem Urteil mal wieder einen Präzedenzfall schafft, dass einen als rechtlich Verantwortlichen zum schnellen Handeln zwingt. Das vielleicht auch, aber vor allem, weil sich gerade im E-Commerce-Geschäft viele Dinge innerhalb kürzester Zeit dramatisch ändern.
Vor einigen Jahren waren E-Books der Trend, aktuell sind es Social-Media, Mobile-Commerce und Locations Based Services und wer weiß, mit was für neuen Trends wir uns in zwei, drei Jahren beschäftigen müssen. Heute wird in vielen Medien Big Data von den einen Experten noch als neue Königsdisziplin im Online-Marketing angebetet, da warnen die anderen Experten auch schon vor einer Social-Media-Blase, ähnlich der New Economy Blase Anfang des letzten Jahrzehnts.
Erste wirklich fundierte Untersuchungen zeigen, dass Künstliche Intelligenz (KI) zwar etwas bahnbrechend Neues ist, nur nicht dass, was die meisten Experten (egal, welcher Meinung sie gerade sind), sich im Augenblick darunter vorstellen. Nichts Definitives weiß man nicht, also muss man auch hier ständig am Ball bleiben, die Entwicklung aufmerksam verfolgen, um rechtzeitig reagieren zu können.
Nur wer lernt, bleibt!
Alle diese Dinge, diese Dynamik, die gerade im Internet unglaublich stark ist, zwingt jeden Marktteilnehmer, und nichts anderes ist ein Onlinehändler, egal ob er will oder nicht, zu reagieren. Kein heute noch so trendiger Onlineshop wird ohne Modernisierungen und Optimierungen in vier Jahren noch nennenswerte Ergebnisse erzielen. Deshalb trennt sich genau an dieser Stelle die Spreu vom Weizen. Der Onlinehändler, der die Entwicklungen und Märkte verfolgt, Trends frühzeitig erkennt und auch darauf reagiert, ist der Konkurrenz immer den einen aber entscheidenden Schritt voraus.
Oft kann schon ein kleiner Vorsprung über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Setzt man als Modeshop als einer der Ersten die neue digitale Fotosoftware ein, mit deren Hilfe Käufer zu Hause direkt vor dem PC mit der eigenen kleinen Webcam ihre genaue Kleidergröße scannen können, hat man einen Vorteil gegenüber allen anderen Modeshops. Genauso wie aktuell alle Onlineshops, die ihren Besuchern bereits Produktvideos zur Verfügung stellen.
Ein weiteres gutes Beispiel ist das Thema “Zahlen auf Rechnung” im Onlinehandel. Wenn man den Payment-Service-Dienstleistern, die entsprechende Serviceleistungen anbieten, glauben mag, kann man damit bis zu 30% (einer meint gar bis zu 80 %) mehr Umsatz generieren.
Diese Beispiele zeigen, wie man auch als vermeintlich kleiner Händler mit den Großen mithalten kann, wenn man sich ständig weiter entwickelt. Wenn man immer bereits ist, zu lernen. Nur so bleibt man langfristig im Geschäft. Die Chancen, immer weiter zu wachsen, immer größer zu werden, sind einfach besser, wenn man selbst, bzw. das eigene Geschäft, immer besser wird.
Hält man mit der Entwicklung nicht mit, bleibt man zwangsläufig irgendwann, früher oder später, auf der Strecke. Bestes Beispiel ist das große alte Versandhaus Quelle. Wer hätte noch vor dreißig Jahren gedacht, dass diese Riesenfirma einmal einfach nicht mehr existiert? Auf so gut wie jedem Couchtisch lag doch ein dicker, fetter Katalog von denen! Aber am Ende hatten die nicht mal mehr das Geld überhaupt einen neuen Katalog zu drucken! Der Grund für dieses grandiose Scheitern ist, dass die Verantwortlichen die neuen Trends hin zum Onlineversandhandel und E-Commerce nicht nur verschlafen, sondern jahrelang komplett ignoriert hatten. Als der Groschen fiel, wars leider der letzte Groschen und die Quelle hörte auf zu sprudeln.
Wer kopiert, muss noch sehr viel lernen!
Leider machen viel zu viele Existenzgründer den Fehler, nicht auf der Höhe der Zeit zu sein, schon bevor sie überhaupt angefangen haben, entweder, indem Sie mit etwas anfangen, was alle anderen auch schon machen, dass also seine beste Zeit schon hinter sich hat oder indem Sie auf Software und Technik setzen, die schon Moos angesetzt hat. Kopierte Geschäftsideen, veraltete oder Software, schlechte (aber billige) Produkte, fehlende Informationen und damit fehlendes Wissen sind die häufigsten Gründe für das Scheitern von Internetgründungen.
Bestes Beispiel sind die wie Pilze aus dem Boden schießenden Internet-Marketing-Business-Erfolgs-Coaches. Ich wage hier einmal zu prophezeien: 90 % davon werden niemals so erfolgreich, wie sie es sich erträumen. Nicht, weil der Markt gesättigt wäre oder die wenigen „Großen“ ihn schon unter sich aufgeteilt hätten, sondern weil diese 90 % der Start-Up-Coaches versuchen die bereits etablierten “Gurus” und deren Geschäftsideen zu kopieren, die oft wiederum nur kopiert sind. Und indem sie auch noch deren Produkte bewerben und verkaufen, wirken sie wie eine Reihe genetisch nahezu identischer Klone und verhelfen den etablierten Internet-Marketern dazu, ihre dominante Position noch weiter auszubauen.
Clever ist etwas anderes. Was hier fehlt, sind kreative, innovative Ideen, ein individuelles Geschäftskonzept, etwas Neues, Frisches, Anderes. Was man findet, sind die immer gleichen, schon tausendfach wiederholten „Informationen, Tipps und Tricks“. Aufgehübscht mit einer eigenen „Meinung“, die zufälligerweise immer die gerade aktuellen Produkte der bekannten „großen Internet-Marketer“ so unglaublich gut findet, dass der Autor gar nicht anders kann, als seinen Lesern genau diese Produkte zum Kauf zu empfehlen.
Diese Kritik gilt aber nicht nur für Internet-Marketing-Coaches oder Coaches allgemein, sondern für den Internethandel insgesamt. 90 % der Schuhshops sehen gleich aus, 90 % der E-Books-Shops sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Bei eBay werden die gleichen Produkte von den meisten Händlern mit fast identischen Beschreibungen und Produktbildern verkauft. Der Wettbewerb überall muss dort zwangsläufig über den Preis und die Werbung laufen. Das senkt die Einnahmen und treibt gleichzeitig die Werbekosten in die Höhe. Immer weiter, wie eine Spirale, bis kein Gewinn mehr übrig bleibt und der Händler nur noch mitmacht, um zu überleben.
Was man schon weiß, muss man nicht mehr lernen!
Ich hatte Ihnen ja im ersten Teil schon von der Frau erzählt, die vor ein paar Jahren einen E-Book-Shop gekauft hatte. Sie hat sich mittlerweile trotz widrigster Startbedingungen mit Energie und Ausdauer eine eigene Existenz im Onlinehandel aufgebaut. Angefangen hatte sie zwar mit E-Books, aber richtig durchgestartet sie mit Baby-Artikeln. Das war als Mutter und Hausfrau ihre Branche. Hier kannte sie sich aus. Hier wusste sie Bescheid. Hier hatte sie die entsprechenden Erfahrungen und Fachkenntnisse. Sie wusste beinahe intuitiv, wie sie ihren Kunden die Produkte anbieten musste. Sie musste nur noch lernen, ihre Ideen umzusetzen.
Was sind eigentlich Ihre wirklichen Interessen? Wovon haben Sie echte Ahnung? Was sind Ihre Hobbys? Hier ist meist der richtige Ansatz für eine Geschäftsgründung, weil hier die richtige Motivation liegt. Sind Sie begeisterter Hobbyangler und wollen Sie Geld im Internet verdienen, dann sollten Sie einen Angelbedarf-Shop ins Auge fassen. Sie müssen zwar immer noch eine Menge über das Onlinebusiness lernen, aber nicht mehr über das Angeln. Malen Sie gerne Acryl-Bilder oder Aquarelle? Dann versuchen Sie es doch mit einem Shop für Künstlerbedarf. Hier können Sie Ihre eigenen Erfahrungen weitergeben. Hier sind Sie schon Experte und müssen es nicht erst noch werden! Und das ist ein nicht zu unterschätzender Startvorteil.
Viele Leute unterschätzen diesen Vorteil einer Hobbygründung aber noch immer und wollen lieber Handy-Shops und Marketing-Blogs aufmachen. Sie wollen unbedingt schnell (erfolg)- reich werden und werden es gerade deshalb nicht. Mit einem Nischenthema geben sie sich erst gar nicht ab, es muss gleich die ganz große Nummer werden.
Aber gerade eine solche Hobbygründung hat enorme Vorteile:
- Meist ist die Konkurrenz nicht sehr groß.
- Man kennt die Wünsche und Erwartungen der Kunden.
- Man kennt die Marken und Hersteller seiner Produkte.
- Man weiß, wo man seine Kunden suchen muss.
- Man ist viel motivierter, weil man sich mit etwas beschäftigt, dass einen wirklich interessiert.
- Man verkraftet Rückschläge viel leichter, weil man etwas macht, was man mag.
- Man traut sich viel mehr zu, weil man Fachkenntnisse hat.
Und wenn man es erst einmal geschafft hat, einen, wenn auch nur kleinen und nicht wirklich lukrativen Shop in seiner persönlichen Hobby-Nische aufzubauen, ist man entweder glücklich und zufrieden oder man wagt sich mit viel mehr Selbstvertrauen und Expertise an eine große Geschäftsidee. Man kann die Anforderungen, Aufgaben und Risiken viel besser abschätzen, weiß, wo wahrscheinlich die größten Probleme auftreten werden und kann frühzeitig dagegen steuern. Man hat eben schon eine Menge gelernt! Und (nur) das beeindruckt auch einen Bankberater![/DAP]