Modul 16 von 18
In Bearbeitung

Nicht reden, machen!

[DAP hasAccessTo=”9″ errMsgTemplate=”LONG”]Was ich in diesem Teil schreibe, gilt für Existenzgründer genau so gut, wie für Geschäftsleute, die ein neues Projekt umsetzen wollen. Die vielleicht ihren Shop erweitern oder eine Blog eröffnen, endlich das lang geplante Firmenvideo drehen oder die Facebook-Seite anlegen wollen. Die folgenden Zeilen sind an alle gerichtet, die nicht reden, sondern machen wollen!

Losgehen!

In den vorangegangenen Teilen unserer kleinen Erfolgs-Serie haben wir uns ausführlich mit den richtigen Voraussetzungen, Einstellungen, Vorbereitungen, usw. befasst, aber wir sind so noch keinen einzigen echten Schritt vorangekommen. Planen, durchdenken, Risiken abwägen, alles wichtig und richtig, bringt einen aber nicht wirklich weiter. Wird Zeit, dass wir endlich anfangen!

Womit wir auch schon beim ersten Problem wären: Wie legt man denn nun los? Womit fängt man an, auf dem langen Weg zum großen Erfolg?

Die Antwort wird Sie jetzt vielleicht überraschen: Das ist völlig egal! Hauptsache, Sie machen überhaupt irgendetwas. Wenn Sie überlegen einen Onlineshop zu eröffnen, gibt es viele verschiedene Punkte, wo Sie anfangen können. Die einen suchen sich zuerst die besten Hersteller oder Großhändler. Die anderen das passende Shopsystem. Die Dritten wiederum überlegen gar erst, in welcher Branche sie aktiv werden wollen und die vierten arbeiten am Businessplan, um das Finanzielle zu klären.

Alles richtig, weil alles dazugehört und auch gemacht werden muss. Es spielt in diesem Moment überhaupt keine Rolle, womit Sie anfangen. Es gibt keine Vorgaben, keine „Goldenen Regeln“, keinen „10-Punkte-Liste“, die Sie unbedingt genau in der vorgegebenen Reihenfolge abarbeiten müssen. Jeder Mensch sollte hier seinen eigenen Weg gehen. Kreative Menschen haben schon eine genaue Vorstellung vom Shop-Design und den Werbeflyern, aber noch keine Idee, wie Sie den Programmierer bezahlen sollen und andere haben einen konkreten Finanzierungsplan, aber keine Ahnung, wie ihr Shop eigentlich aussehen soll.

Um erfolgreich zu sein, müssen sich beide aber auch mit den Bereichen beschäftigen, die sie nicht so „interessieren“. Von denen sie das Gefühl haben, diese hemmen sie. Rauben ihnen die, gerade jetzt so wichtige, Energie. Bremsen Sie aus. Lassen sie erstarren. Sind der Grund dafür, dass sie nicht von der Stelle kommen, nicht anfangen.

Die Energie nehmen diesen Menschen nicht die Probleme wie Businessplan, Webdesign, Shopsoftware, Wareneinkauf. Die lassen sich alle lösen. Die Energie nimmt ihnen etwas anderes: die Unsicherheit, das Gefühl, da ist noch ein ungelöstes, aber wahrscheinlich wichtiges Problem. Die Ahnung, das dort ein großer, unbekannter Brocken auf ihren Weg zum Erfolg liegt, den man beiseite räumen müsste, aber man findet keinen Punkt, wo man den Hebel ansetzen müsste.

Abkürzungen und Schleichwege führen nicht zum Ziel!

Schon an dieser Stelle, in diesem Moment, machen viele Leute den ersten großen, oft entscheidenden Fehler. Sie blenden die ungelösten Probleme aus und konzentrieren sich auf das, was sie meinen, zu können. Die Webseite wird entworfen oder die Entscheidung für eine „sichere Shoplösung“ bei einem der großen Anbieter getroffen. Um alles andere könne man sich später ja noch kümmern. Jetzt wäre es erst einmal wichtig, überhaupt anzufangen. Ware wird bestellt, der Programmierer beauftragt.

Es dauert nicht lange, da stellt man fest, die Shoplösung von der Stange bietet doch nicht alle wichtigen Funktionen, aber das wusste man zum Zeitpunkt der Entscheidung ja noch gar nicht, denn man hatte sich noch keine Gedanken gemacht, was so ein Shop überhaupt „können“ müsse. Von PayPal hatte man ja schon mal gehört, aber die meisten Kunden würden das bestimmt nicht nutzen. Man selbst traue diesen neumodischen Zahlungsdingern ja auch nicht. Dass es von diesen Dingern sogar noch ein Dutzend weitere geben könnte, die einem sogar das Zahlungsrisiko beim „Kauf gegen Rechnung“ abnehmen würden, hatte man noch nie gehört.

Überhaupt, Zahlungsrisiko? “Das gibts im Internet doch nur, wenn man bei Gaunern und Betrügern einkauft!” Das auch Verkäufer einem hohen Risiko betrogen zu werden, ausgesetzt sein können, merken viele erst, wenn der Schaden eingetreten ist.

Und was nützt der tolle, super designte, Webshop, wenn man nichts verkauft? Wie soll man da den Programmierer bezahlen? Wenn man das auch gerade noch schafft, fehlt einem vielleicht das Geld für Marketingaktionen. “Wer hätte auch gedacht, dass AdWords so teuer sein kann und gebracht hat‘s überhaupt nichts!” Bleibt also nur noch der lange, beschwerliche Weg über kostenlose Marketingmaßnahmen Besucher zu generieren. Ob die auch zu zahlenden Kunden werden, ist aber mehr als ungewiss, denn die Konkurrenz hat unverschämt billige Preise. “Ehrlich: Wie machen die das nur?”

Und: “Hätte ich gewusst, dass schon so viele andere das Gleiche machen, hätte ich’s mir vielleicht doch besser überlegen sollen mit der tollen Shopidee!”

Räumen Sie die großen Brocken aus dem Weg!

Es ist zwar nicht wichtig, wo man anfängt, aber es ist unbedingt wichtig, dass man alle Bereiche abarbeitet, den Weg von den großen Steinen freiräumt, bevor man losgeht. Suchen Sie nicht irgendwelche Schleichwege oder Abkürzungen. Die dicken Brocken, die Sie nicht gleich aus dem Weg räumen, fallen Ihnen sonst irgendwann ganz kräftig auf die Füße.

Dann müssen Sie die Dinger wegräumen, um weiterzukommen. Nur haben Sie meist genau in diesen Momenten weder die Zeit, noch das Geld um sich intensiv darum zu kümmern, denn sie stecken schon mittendrin und müssen sich gleichzeitig um die ganzen anderen Sachen kümmern, die ein laufender Internet-Betrieb so mit sich bringt. Ganz schnell kommt eine Kettenreaktion in Gang:

Erst fehlt nur die Zeit, um alle aktuellen und nun auch zusätzlich die verdrängten Probleme zu erledigen. Gerade am Anfang eines Projektes, am Beginn einer Selbstständigkeit ist Zeit auch bei noch so guter Vorbereitung, dass, was immer fehlt. Es gibt keine „Gelddruckmaschinen“, die man nur anwerfen muss und sich dann entspannt zurücklehnen kann.

Fehlende Zeit kostet immer Geld: Das Sie verlieren, weil Sie sich nicht intensiv um Kunden, Marketing, Einkauf etc. kümmern können oder weil Ihr Shop einige wichtige Funktionen eben nicht hat. Dazu hatten Sie schon jede Menge Ausgaben, um das Projekt überhaupt auf die Beine zu stellen. Jedes Projekt verursacht erst einmal Kosten, bevor es Einnahmen abwirft. Was aber, wenn diese Einnahmen nicht wie erwartet sprudeln, sondern die Ausgaben sogar noch größer werden, als ursprünglich geplant!

Fehlende Zeit und fehlendes Geld zusammen, über einen längeren Zeitraum, kosten Kraft und Energie. Man gibt alles, um nebenbei vorher Versäumtes nachzuholen und muss trotzdem zusehen, wie das Geld immer weniger wird. Also noch mehr arbeiten, noch weniger schlafen, noch weniger Energie. Ein Teufelskreis. Das zermürbt innerhalb weniger Wochen auch den größten Optimisten!

So oder so ähnlich läuft es bei den allermeisten Menschen ab, die mit einer Idee, mit einem Projekt scheitern. War man dann zumindest so klug nicht alle Ersparnisse zu riskieren, um gleich das ganz große Rad zu drehen, fällt es einem einfacher aufzuhören, bevor es zum völligen Zusammenbruch, finanziell und körperlich, kommt. Es fällt einem leichter sich einzugestehen, einige hundert Euro in den Sand gesetzt zu haben, als zugeben zu müssen, die nächsten 20 Jahre für etwas bezahlen zu müssen, das einfach nicht richtig durchdacht war.[/DAP]