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Überlegen Sie immer vorher, welche Art von Newsletter Sie überhaupt versenden wollen. Versuchen Sie nicht das Eine mit dem Anderen zu verbinden und so zwei unterschiedliche Zwecke und Ziele gleichzeitig zu erreichen. Das funktioniert nicht, denn keines von beiden wird optimal durchgesetzt und heraus kommt immer irgendein fauler Kompromiss.
Nachrichten-Newsletter
Diese werden naturgemäß meist von Zeitschriften, Magazinen, Blogs oder anderen Fach- oder Branchenportalen angeboten und enthalten in erster Linie Teaser zu den aktuellen Nachrichten auf den entsprechenden Webseiten. Zwischen den einzelnen Meldungen oder Nachrichtenblöcken werden dann Werbeanzeigen platziert. Diese Werbeflächen kann man gewöhnlich bei den Newsletter-Versendern buchen. Das Hauptaugenmerk sollte bei diesen Nachrichten-Newslettern auch unbedingt auf den werbefreien Nachrichten liegen. Deshalb werden sie ja abonniert. Man sollte es tunlichst vermeiden, den Lesern Werbung (zum Beispiel PR-Meldungen) als Information getarnt unterzumogeln. Der Leser akzeptiert im Normalfall die Werbung in Nachrichten-Newslettern, wenn ihm diese auch als solche präsentiert wird, mag es aber überhaupt nicht, wenn ihm Werbung als Nachricht getarnt untergeschoben werden soll. Sind Informationen und Werbung deutlich voneinander getrennt, profitieren beide davon. Die Nachricht wird als seriös eingeschätzt und die Werbung gleich daneben auch. Wer seriöse Nachrichten verbreitet, wird wohl auch seriöse Werbung verbreiten! Im umgekehrten Fall passiert dann auch das genaue Gegenteil: Wird die Information als nicht seriös eingeschätzt, fällt dies auch auf die Werbung zurück. Und nicht nur auf diese, sondern auch auf den „Nachrichten“ – Newsletter-Versender selbst. Ein Nachrichten-Newsletter muss aber nicht zwingend von einer Zeitungsredaktion erstellt werden. Jeder Fachmann auf seinem Gebiet kann ihn erstellen und versenden. Ich setze hier jetzt einmal voraus, ein Fachhändler kennt sich aus in seiner Branche und weiß auch, was es Neues zu berichten gibt. Ein kleiner Artikel auf der Webseite oder im Blog ist schnell erstellt und im Newsletter kann man diesen ankündigen und verlinken. Ist das Thema komplexer und sind anderswo weiterführende Informationen verfügbar, kann man im Artikel darauf hinweisen. So braucht man selbst gar keinen Fachartikel schreiben. Achten Sie aber bitte immer darauf, dass Sie die Quelle einer Information mit angeben. Der Kunde wird es trotzdem zu schätzen wissen, dass Sie ihn auf diese Informationen hingewiesen haben.
Wichtig bei Nachrichten-Newslettern ist die Regelmäßigkeit. Die Tagesschau kommt ja auch schon seit vielen Jahren jeden Abend um die gleiche Zeit. Nun kann man einen Newsletter nicht immer auf die Sekunde genau versenden, aber immer am selben Tag schon. Hier tritt dann ein Gewöhnungseffekt ein und wenn Sie dem Kunden auch tatsächlich aktuelle und für ihn relevante Informationen liefern, wird er Ihnen dankbar sein und so bringen Sie sich und Ihr Unternehmen immer wieder positiv in Erinnerung.
Die Häufigkeit, in der Sie einen solchen Nachrichten-Newsletter versenden können, hängt stark von Ihrer Branche und deren Nachrichtenaufkommen ab. Bei Computer und elektronischen Geräten kann man vielleicht einmal in der Woche einen aktuellen Newsletter versenden. In der Modebranche vielleicht einmal im Monat und dazu einige Saisonspecials. Genau so bei Gartenprodukten. Bei Autos oder Baustoffen vielleicht nur einmal im Quartal. Generell gilt: Nachrichten-Newsletter kann so gut wie jeder Händler und Shopbetreiber versenden, denn aktuelle Informationen kann jeder im Internet recherchieren und zusammenstellen. Wichtig ist vor allem, dass der Nachrichten (News)-Anteil den Werbeanteil deutlich überwiegt. Es heißt ja nicht umsonst News-Letter!
Angebots-Newsletter
Aber man kann einen Newsletter auch guten Gewissens zu reinen Werbezwecken einsetzen. Und zwar dann, wenn der Leser eben dieses auch erwartet. Hat ein Kunde einen Newsletter abonniert, in dem Wissen, dass er durch diesen Newsletter über Sonderangebote oder Rabattaktionen informiert werden soll, dann wird er sich über diese auch nicht ärgern.
Viele größere Firmen bieten deshalb zwei unterschiedliche Newsletter-Abos zur Wahl an. Den einen, worin der Leser über Neuigkeiten und wichtige Informationen in Kenntnis gesetzt wird und einen zweiten in dem der Kunde gezielt über Sonderangebote informiert wird. Die Kunden können hier also selbst wählen, ob Sie Werbung erhalten wollen oder nicht. Diese reinen Werbe- bzw. Angebots-Newsletter haben dabei eine vielleicht nicht ganz so große, aber dafür um so begeisterungsfähigere Fangemeinde. Die Leser haben ja ganz bewusst diesen Newsletter abonniert, weil Sie unbedingt als erste über Schnäppchen informiert werden wollen. Wenn man diese Schnäppchen-Newsletter regelmäßig verschickt, kann man sich eine treue Fangemeinde aufbauen, die man als Dankeschön mit exklusiven Sonderangeboten, Gutscheinen oder besonderen „Schnäppchenjägerrabatten“ verwöhnen kann. Und wenn man dann gelegentlich noch einige „Weitersagen-Angebote“ einbaut, indem man die Schnäppchen-Leser belohnt, dafür dass diese neue Newsletter-Abonnenten gewinnen oder Verkäufe vermitteln, werden auch Freunde und Bekannte der Schnäppchenjäger mit diesen Angeboten bekannt gemacht. Nach einem ganz ähnlichen Prinzip funktionieren die diversen Shopping- Clubs. Eröffnen Sie ihren eigenen Shopping-Club!
Den zweiten (Angebots)-Newsletter abonnieren natürlich nicht annähernd so viele Leser wie den ersten (Nachrichten)-Newsletter, aber das ist durchaus im Interesse der Firmen. So vermeiden Sie es nämlich, Kunden unnötig zu verärgern, weil sich die Leser schon selbst in zwei Kundengruppen aufteilen:
- „Ich akzeptiere Werbung“,
- „Ich will keine Werbung“.
So erreichen die Firmen, dass Werbung versendet werden kann ohne in Gefahr zu laufen zu viele Newsletter-Leser zu verlieren, die, auch wenn Sie nicht an Werbung interessiert sind, trotzdem eine wichtige Kundengruppe sind. Denn auch diese können zu Stammkunden werden, wenn man sie nicht durch irgendwelche unerwünschte Werbung verprellt, sondern durch nützliche Informationen unaufdringlich bei der Stange hält. Diese Kunden kaufen dann zwar nicht die vielen tollen Sonderangebote zwischendurch, aber vielleicht ihre nächste Digitalkamera oder den nächsten PC wieder bei diesem Händler, gerade, weil er sie nicht mit Werbung zugemüllt hat und sie deshalb mehr Vertrauen zu ihm haben. Es kann also durchaus sinnvoll sein, verschiedene Newsletter anzubieten.
Die beiden eben genannten Arten von Newslettern werden meist in regelmäßigen Abständen verschickt. Diese Kontinuität ist auch wichtig, denn die Kunden erwarten aktuelle Informationen und auch Sonderangebote in regelmäßigen Abständen. Deshalb werden diese Newsletter auch periodische Newsletter genannt.
„Stand-alone“ Newsletter
Aber ist gibt auch genug Gründe sogenannte alleinstehende („Standalone“)-Newsletter zu versenden. Das können eine Produktpremiere, ein Firmenjubiläum, ein Messeauftritt oder andere wichtige Termine sein. Weil hier der Leser meist nur einmal kontaktiert wird, sollte es auch unbedingt ein für den Leser wichtiger Termin sein bzw. er muss ein wirklich großes Interesse an diesen Informationen haben. Sonst laufen Sie Gefahr den Leser zu langweilen und das werden Sie in den Öffnungsraten der nächsten Newsletter und auch den Abmeldungen merken. Prüfen Sie deshalb immer genau: Nicht jeder für Sie wichtige Termin ist auch für den Newsletter-Leser genau so wichtig. Nicht jede Firmenfeier muss auch mit einem Sonder-Newsletter gewürdigt werden.
„Countdown“-Newsletter
Als weitere besondere Form haben sich die so genannten „Countdown-Newsletter“ etabliert. Diese werden meist im Umfeld wichtiger Ereignisse versendet. Meist nicht einzeln, sondern in einer Abfolge von mehreren Newslettern bzw. Emails kurz nacheinander, worin die noch verbleibende Zeit „heruntergezählt wird“. „Noch 5 Tage“, „noch 3 Tage“, „nur noch heute“. Deshalb der Begriff „Countdown“.
Große Firmen setzen diese Newsletterform oft vor größeren Ereignissen, wie Fußballweltmeisterschaften, zu Weihnachten (z. B. Advendskalender-Newsletter) oder auch zum Jahresende ein. Hierbei ist zu beachten, dass die Gründe bzw. Ereignisse für eine große Mehrzahl der Leser erstens bekannt und zweitens relevant sind. Bei einer Fußballweltmeisterschaft ist das schon grenzwertig: Die meisten Menschen werden zwar wissen, dass das Ereignis stattfindet, aber nicht alle interessieren sich auch dafür. Treffen Sie nun mit einem Fußballweltmeisterschafts-Countdown eine Leserschaft, die eh schon genervt ist von dem ganzen Rummel, werden diese nicht begeistert sein, auch von Ihnen noch damit belästigt zu werden. Vor allem dann nicht, wenn Ihre Informationen oder Angebote im Newsletter in einem nur billig konstruierten oder gar keinem Zusammenhang zum gefeierten Ereignis stehen.
Ein weiteres gutes Beispiel für einen Newsletter-Countdown und dessen negative Folgen sind die allseits bekannten „Launches“ einiger Internet-Strategen. Diese sind nicht anderes als eine genau aufeinander abgestimmte, mit Marketing-Tricks optimierte, Abfolge von Emails, um ein Produkt zu/ab einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen, zu „launchen“. Hier geht es darum einen möglichst hohen Kaufdruck aufzubauen, indem vor dem eigentlichen Verkaufsstart Spannung aufgebaut und der Verkauf zeitlich und/oder mengenmäßig begrenzt wird.
Natürlich ist gegen diese Art der Verkaufsförderung generell nichts einzuwenden,, denn die kurze Abfolge von Emails hat auch den Vorteil dem Leser ein Produkt in kurzen Abständen bekannt zu machen und so eben auch die langfristige Bekanntheit des Produktes und des Versendes zu erhöhen.
Doch hat die Art und Weise, wie in den letzten Monaten von einigen Leuten im Internet-Marketing-Segment damit umgegangen wurde, den Unmut vieler Newsletter-Abonnenten geweckt, bis hin zur kompletten Ablehnung dieser Werbeform, wie der großen Anzahl von Blog-Kommentaren und Foren-Beiträgen zu diesem Thema zu entnehmen ist. Es ging in den Wortmeldungen meist nicht um diese Werbeform selbst, sondern die Art und Weise, wie diese „Launches“ vonstatten gingen. Kritisiert wurde vor allem die hohe Email-Dichte, aufgrund der vielen beteiligten Werbepartner, die natürlich alle die 5 oder mehr Emails jeweils pünktlich zum vor- her festgelegten Zeitpunkt verschickten, was bei den Empfängern dazu führte, dass diese 10 oder mehr Emails mit einem identischen Inhalt innerhalb weniger Minuten bekamen. Viele waren da verständlicherweise genervt. Besonders negativ sind die Praktiken einiger Email-Versender aufgefallen, die sich mit eigenen zusätzlichen Sonderboni Vorteile verschaffen wollten oder ihre Leser gar dazu aufforderten, die Cookies (wichtig, um die Bestellungen den einzelnen Vermittlern zuzuordnen) auf ihren PCs zu löschen, damit nur Sie und nicht der Konkurrent die entsprechende Provision bekämen. Das hat viel zu der Verärgerung und Abneigung vieler Leser und Interessenten beigetragen.
Trotz dieser, ich nenne es einmal, Auswüchse, sind Countdown-Newsletter, wenn Sie es nicht übertreiben, eine sehr gute Werbeform, um höhere Verkaufszahlen und/oder Bekanntheitsgrade der beworbenen Produkte zu erreichen. Nur, viel hilft nicht wirklich viel, wenn es immer das Gleiche ist. Und, wenn Sie, auch auf die Gefahr hin, einige Empfänger zu verärgern, Partner hinzuziehen, achten Sie darauf, dass es fair zugeht. Die Empfänger registrieren Übervorteilungen und schlechte Manieren sehr sensibel. Suchen Sie sich deshalb Ihre Partner sorgfältig aus.[/DAP]