Deine Startseite als Kundenmagnet: So überzeugst du in Sekunden
Deine Startseite entscheidet in Sekunden, ob Besucher:innen bleiben oder gehen. Du lernst, wie du sie so gestaltest, dass sie Vertrauen weckt, Orientierung gibt und in Anfragen oder Verkäufe verwandelt.[DAP hasAccessTo=”3,9″ errMsgTemplate=”SHORT”]
Tipps für Startseite
Der erste Eindruck entscheidet!
52 % der Besucher kommen nicht wieder, wenn ihnen die Ästhetik einer Webseite nicht gefällt.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier!
Wohnungsbesichtigung
Stellen Sie sich vor, sie kommen in eine fremde Wohnung: In den Ecken türmen sich Stapel von alten Zeitungen, auf dem Sofa Klamottenberge, die Regale sind vollgestopft mit den unterschiedlichsten Dingen, im Bad steht ein Fahrrad und im Flur der Backofen. Die Wohnung ist nicht einmal verdreckt oder zugemüllt. Sie ist nur völlig unübersichtlich und unordentlich – und Sie sind verwirrt.
Jeder Mensch hat ganz bestimmte Erwartungen an eine Wohnung. Nicht über die Art der Möbel, der Bilder an der Wand oder der Farbe der Teppiche. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden – und wir tolerieren dies in der Regel, wenn der Bewohner sich an einige grundlegende Regeln hält.
Betritt man eine fremde Wohnung, erwartet man zuerst einen Flur zu betreten. Man betritt eine Wohnung eben nicht durch das Schlafzimmer (von Einbrechern einmal abgesehen :-) ) und wäre ziemlich verwirrt, wenn es doch so wäre. Der Flur ist so etwas wie ein Mittelpunkt. Von hier kommt man normalerweise in alle für den Besucher wichtigen Räume: Wohnzimmer, Küche und (Gäste-)Bad. Er ist ein zentraler Orientierungspunkt.
Der Flur und damit zentraler Orientierungspunkt einer Webseite ist die Startseite. Von hier aus sollte man schnell in alle wichtigen und interessanten Bereiche der Webseite kommen – und von dort für den Fall, dass man die Orientierung verloren haben sollte – immer wieder in den Flur zurück. Die Startseite einer Webseite hat deshalb eine besonders große Bedeutung.
Freund oder Feind?
Menschen suchen immer und überall nach Strukturen, die ihnen das Wahrnehmen und Erfassen von Situationen erleichtern. Früher im Dschungel war dies überlebenswichtig, denn man musste in Sekundenschnelle Entscheidungen treffen:
- Sicher oder gefährlich?
- Freund oder Feind?
- Weitergehen oder schnellstens weglaufen?
Bekanntes, Vertrautes erzeugte ein positives Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit – Unbekanntes das genaue Gegenteil. Auch wenn für uns die meisten neuen Orte nicht mehr lebensgefährlich werden, bleiben wir beim Betreten doch auf der Hut, unsere Sinne sind geschärft und unser Unterbewusstsein analysiert in Sekundenbruchteilen: “Kenne ich, vertraue ich” oder “Kommt mir nicht vertraut vor, Vorsicht!”.
Es hört sich vielleicht komisch an, aber das Gleiche passiert, wenn wir eine fremde Webseite öffnen. Auch im Internet haben sich mittlerweile Strukturen etabliert, an die wir uns gewöhnt haben und die wir “wiedererkennen”. Header im Navígation, rechts oder links eine Navigationsleiste und unten der Footer mit weiteren Informationen. Wichtige Unterseiten werden schon fast standardmäßig benannt mit “Über mich/uns”, “Impressum”, usw. Und das nicht, weil sämtliche Programmierer und Grafiker zu faul sind, sich was Neues einfallen zu lassen. Im Gegenteil: Die meisten, die ich kenne, würden gerne mutiger und kreativer sein, was die Gestaltung einer Webseite angeht, aber zu viele zu kreative Projekte sind in der Vergangenheit, man kann sagen, an ihrer Schönheit gestorben – weil die Nutzer sie nicht akzeptiert haben.
Stellen Sie sich einmal vor, Sie öffnen eine Webseite und diese folgt nicht dem bekannten Schema. Im ersten Moment sind Sie verwirrt. Jetzt kommt es darauf an, ob diese potenziell “gefährliche” Webseite es anders schaffen kann Ihre Aufmerksamkeit auf etwas für Sie Interessantes zu lenken und zumindest auf den zweiten Blick Vertrauen aufzubauen. Wenn der “Bewohner” Glück hat, sagen Sie sich “Oh, wie kreativ, endlich mal was Neues!” – oder aber sie sagen sich genervt: “Was soll das hier? Ich find mich ja gar nicht zurecht” und verlassen fluchtartig diese verwirrende “Wohnung” und begeben sich zurück in vertrautes Terrain.
Was schätzen Sie: Wie würden sich die Reaktionen für Bleiben oder Flucht prozentual verteilen? 50:50? Oder doch eher 10:90? Ich wär hier eher Pessimist. :-)
Zuviel des Guten
Es wird zwar immer wieder gesagt, Individualität und Einzigartigkeit sind von besonderem Vorteil im Internet, um sich von der langweiligen Konkurrenz abzusetzen, aber einfach nur anders sein zu wollen, ist kein wirklich beeindruckender Grund, (allzu weit) von den etablierten “Normen” abzuweichen. Neues, Ungewohntes verwirrt viele Menschen und sie sind schnell verärgert, weil sie (ihrer Meinung nach absolut unnütze) Zeit und Arbeit investieren müssen, um die ungewohnte Umgebung zu verstehen. Wenn man dabei noch bedenkt, dass ein Mensch sich schon nach nur drei Sekunden unterbewusst sein Urteil bildet: Weglaufen oder weitergehen? – dann kann man die vermeintliche Faulheit vieler Webdesigner verstehen.
Schafft man es trotzdem, den bereits leicht genervten Besucher “bei der Stange zu halten”: Verwirrung oder gar Verärgerung sind nicht gerade die erfolgversprechendsten Emotionen, wenn man jemandem etwas verkaufen will. Deshalb, wenn Sie Experimente wagen möchten bei Aufbau und Struktur Ihrer Startseite (oder ihrer kompletten Webseite), tun Sie dies nur, wenn Sie eine wirklich auf den ersten Eindruck (!) beeindruckende Alternative haben.
Ansonsten halten Sie sich besser an die “Regeln”. Individualität und Einzigartigkeit kann man auch anders “zur Schau” stellen. Das ist bei dem tristen Einerlei im Internet gar nicht so schwer, wie Sie vielleicht jetzt denken mögen. Gute Texte, starke Bilder, klare Nutzerführung – allein damit heben Sie sich schon deutlich von der grauen Mäusemasse ab.
Was ist eine gute Startseite?
Um diese Frage zu beantworten müssen wir uns erst einmal eine andere stellen: Was ist die Aufgabe einer Startseite?
Man liest immer wieder folgenden Satz: Die Startseite einer Homepage ist das Aushängeschild oder Schaufenster eines Online-Shops, Unternehmens oder einer Person.
Vollkommen richtig, aber die Startseite ist noch viel mehr bzw. muss noch viel mehr leisten. Sie ist nämlich nicht nur das Schaufenster sondern gleichzeitig auch der Flur der Webseite.
Sie soll nicht nur Eindruck machen, sondern auch Orientierung bieten.
Eine Startseite ist viel, viel mehr als nur dies.
Eine Startseite soll
- einen ersten Eindruck verschaffen (das wäre das Schaufenster)
- Interesse wecken
- Interessenten weiterleiten
- den Besucher in die Homepage “hineinziehen”
- einen Überblick geben
- Zielgruppen ansprechen und segmentieren
- schnellen Zugriff auf wichtige Informationen liefern
- und Vertrauen aufbauen
Dafür muss eine Startseite diese vier Fragen möglichst schnell beantworten:
- Bei wem bin ich hier überhaupt?
- Was kann ich hier bekommen?
- Bin ich hier richtig mit meinem Anliegen?
- Kann ich denen vertrauen?
Hierzu hat die Startseite maximal 30 Sekunden Zeit. Deshalb ist es enorm wichtig, die Startseite nicht mit Informationen zu überladen. Deshalb gilt: Klare, schnell verständliche Informationen, um die wichtigsten Fragen zu beantworten – übersichtlich präsentiert.
Eine Startseite soll die Aufmerksamkeit des Besuchers fesseln – aber nicht zu lange!
Hat die Startseite dem ersten Eindruck standgehalten, muss sie ganz unbemerkt die Führung übernehmen und den Besucher auf schnellstmöglichem Wege zu den gewünschten Informationen (und Angeboten) lotsen, denn die wichtigsten Inhalte befinden sich in der Regel nicht gleich auf der Startseite. (Es sei denn, sie ist gleichzeitig als Landingpage mit entsprechenden Call-to-action-Elementen konzipiert.)
Für jeden etwas – nur nicht alles gleichzeitig!
Eine leicht auffindbare und auch gut funktionierende Suchfunktion, mit der Möglichkeit das gewünschte Produkt nach Preis, Eigenschaften, Marken oder ähnlichem einzugrenzen, ist hier oft sehr hilfreich. Besonders bewährt auf der Startseite haben sich auch Frage-Boxen. “Was ist Ihr Anliegen?” “Wobei kann ich Ihnen helfen?”
Kunden-Beispiel:
Weiteres Beispiel: Die Startseite einer gewöhnlichen Rechtsanwaltskanzlei
Hier kommen Besucher mit den unterschiedlichsten Anliegen
- Streit mit dem Vermieter
- Ärger wegen eines Autokaufs
- Familienstreitigkeiten
- nicht erhaltene Waren
- usw.
Für einen ganz normalen, nicht spezialisierten Rechtsanwalt sind alle diese Fälle potenzielle Klienten und er will nicht, dass ein Besucher wieder geht, nur weil er glaubt, er sie hier an der falschen Adresse. Er zählt deshalb alle Rechtsgebiete auf, für die er der absolut Richtige ist. Zu jedem Fachgebiet liefert er weitere überzeugende Informationen Die Startseite scheint zu “platzen” bei der Menge an Informationen. “Lieber ein paar Infos mehr als zu wenig!” – ist die Devise – bis am Ende keiner mehr den Überblick hat.
Das Problem: Wie aber kann man diese Menge an Informationen zu unterschiedlichen Themen, die immer nur einen Bruchteil der Besucher interessieren, einfach und übersichtlich präsentieren?
Informationen weglassen und sich auf ein Spezialgebiet beschränken ist für den Anwalt keine Option. Er braucht jeden Kunden. Alles in die Navigation zu packen, mit einer Menge Über- und Unterseiten würde auch die Navigationsleiste überfordern. Kein Besucher will sich durch fünf oder sechs Untermenüs wühlen.
Die Lösung: Man muss die Besucher möglichst schnell in die verschiedenen Zielgruppen segmentieren. Wer gerade einen Autounfall hatte interessiert sich nicht die Bohne für Mietrecht oder Unterhaltszahlungen.
Die Startseite kann – und in diesem Fall, muss – diese Aufgabe übernehmen. Statt sie mit allen möglichen Informationen zuzumüllen, fragt man den Besucher sofort, welche speziellen Informationen er denn überhaupt sucht, per Fragebox mit entsprechenden Auswahlmöglichkeiten: “Wobei kann ich Ihnen helfen?” Auswahl: Mietrecht, Gebrauchtwagenkauf, Familie, usw. Einen Klick weiter ist er in dem Bereich der Webseite, der ihn auch wirklich interessiert.
Bei komplexeren Themen kann man auch mehrere Informationen abfragen, um das Anliegen des Besuchers noch präziser zu bestimmen und ihn dann auf entsprechend optimierte Unterseiten zu lotsen.
Eine solche Startseite ist konsequent aus der Sicht des Besuchers gedacht. Man kann so gut wie jede Startseite dazu nutzen, die jeweilige Zielgruppe von Anfang an zu segmentieren, wenn man sich vor Augen führt, in welcher Situation, mit welchen Fragen und Problemen der durchschnittliche Besucher auf die Startseite kommt. Hier einige weitere Beispiele:
Startseiten für Onlineshops
Stellen Sie sich einmal vor, Sie gehen in einen klassischen Elektromarkt um einen neuen Kühlschrank zu kaufen. Was machen Sie als erstes? Sie verschaffen sich einen Überblick. Wo findet man hier die Kühlschränke? Haben die überhaupt welche im Angebot? Dafür sehen Sie normalerweise über die Regalreihen, denn dort gibt es meistens große Schilder für jede Abteilung und deren wichtigsten Produktgruppen. Hier vielleicht: Kühlschränke und Gefriertruhen.
Finden Sie schnell die gewünschte Abteilung haben Sie sofort ein positives Gefühl. Müssen Sie dagegen lange suchen, die Regalreihen abklappern oder erst noch einen Mitarbeiter fragen, ist die Stimmung schon etwas eingetrübt. Es gibt den ersten Punktabzug.
Sie suchen einen größeren Kühlschrank mit Gefrierfach aber hier stehen alle Arten von Kühlschränken und Gefriertruhen wild durcheinander. Sie müssen eine Menge Zeit und Energie darauf verwenden, die in Frage kommenden Geräte aus der Masse herauszufiltern – und ein schneller Vergleich der in Frage kommenden Geräte untereinander ist nicht möglich, weil Sie dafür immer zwischen zwei Gängen hin und her pendeln müssen. Noch mehr unnützer Aufwand – noch mehr Minuspunkte.
Dazu kommt, die Schilder mit den Produktdaten sind nicht einheitlich: Mal steht das Fassungsvermögen ganz oben, mal der Energieverbrauch oder irgendwelche nie gehörten Zusatzfunktionen. Wieder müssen Sie Zeit und Energie aufwenden, um das Ganze selbst zu sortieren. Die Stimmung sinkt weiter – und irgendwann haben Sie die Nase voll: “Komm Schatz, wir gehn!”
Warum? Weil Sie nicht das Gefühl bekommen haben: “Genau dieses Gerät nehmen wir!”
Im nächsten Laden sind alle Geräte gut sortiert aufgereiht und es findet sich auch ein netter Mitarbeiter, der ihnen bei der Auswahl hilft und Ihnen nebenbei auch noch erklärt, was es mit den Zusatzfunktionen auf sich hat. Mit diesen Informationen und dem Vertrauen, welches Sie in diesen professionellen Elektromarkt aufgebaut haben, treffen Sie Ihre Kaufentscheidung – und verlassen in Markt mit einem guten Gefühl – als zufriedener Kunde: “Beim nächsten Mal gehn wir gleich hier her!”
Übertragen auf einen Onlineshop bedeutet dies: Schon auf der Startseite muss der Besucher die Möglichkeit haben, in die gewünschte “Abteilung” zu kommen. Die Navigation muss auf die Produkte hin optimiert werden. Es müssen entsprechende Produkt-Filter angeboten werden, um die Auswahl sinnvoll einzugrenzen. Eine Funktion zum Vergleich ähnlicher Produkte ist wichtig. Das Beratungsgespräch mit einem netten Mitarbeiter kann man nicht übertragen. Ein Ersatz können Abfrage-Funktionen sein, mit deren Hilfe der Kunde herausfinden kann, welche Produkte seinen Wünschen am meisten entsprechen.
Die Startseite hat hier vor allem die Funktion, den Besucher schnell und einfach zu den Unterseiten mit den gewünschten Produkten zu führen. Produktfilter oder Abfrage-Funktionen direkt auf der Startseite oder den Unterseiten können die Produktsuche effektiver machen.
Wie in der Eingangszone eines Elektromarktes können auf der Startseite auch “Schilder” oder “Boards” mit Sonderangeboten platziert werden. Logos von Markenherstellern bauen Vertrauen auf. Bieten Sie besondere Service-Leistungen, die Sie positiv von der Konkurrenz abheben, können Sie diese hier auch anteasern. Das wars dann auch schon.
Irgendwelche Firmenphilosophien, Mitarbeiter-Events oder andere Dinge, die die Startseite unübersichtlich machen und/oder den Besucher von seinem Ziel (die Produktseiten) ablenken, haben hier nichts zu suchen. Das Verkaufen findet auf den Produktseiten statt! Je schneller der Besucher dort hinkommt und je besser er sich dort informieren kann, desto eher wird er auch kaufen.
Seiten wie “Über uns”, “Unser Team”, “Unsere Philosophie” usw. werden für einen Besucher erst wichtig, wenn er sich noch einmal vergewissern will, dass sein positives Bauchgefühl richtig ist. Findet ein Besucher das Produkt nicht, welches er sucht, interessiert ihn auch nicht welcher Mitarbeiter des Monats ihm dieses nicht zusenden wird.
Stellen Sie sich immer wieder die Frage: Was erwartet ein Kunde an einer bestimmten Stelle im Kaufprozess? Widerstehen Sie der Versuchung, ihm etwas zu präsentieren, was Sie vielleicht für interessant oder wichtig halten und vermeiden Sie es, sich als Person oder Unternehmen zu sehr in den Mittelpunkt zu rücken.
Die Produktpalette im Onlineshop sollte in verständliche und nachvollziehbare Kategorien unterteilt sein. Hier ist es wichtig, davon auszugehen, wo der Kunde ein Produkt vermuten würde – und nicht, wo der Fachmann es aufgrund von fachspezifischen Definitionen einordnen würde.
Startseite für Dienstleister
Bei Märkten und Onlineshops stehen die Produkte im Mittelpunkt. Die Auswahl ist meist ziemlich groß und die Navigation und Bereitstellung von Informationen entsprechend wichtig. Bei Anbietern von Dienstleistungen, zum Beispiel als Coach oder Berater, Webdesigner oder Programmierer ist das etwas anders. Vereinfacht gesagt ist hier der Anbieter selbst das Produkt. Er verkauft keine Kühlschränke fremder Firmen, sondern seine eigene Arbeitskraft.
Es wird hier immer eine persönliche Beziehung zwischen Kunde und Anbieter als Menschen aufgebaut. Entscheidend bei der “Kaufentscheidung” sind dabei nicht in erster Linie der Preis oder irgendwelche Produkteigenschaften, sondern zwischenmenschliche Dinge wie Sympathie, Vertrauen und Kompetenz.
Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Gespräch bei einem Coach oder Berater gebucht und betreten das erste Mal dessen Büro oder Praxis. Sofort lassen Sie die Umgebung auf sich wirken. Welche Farben haben die Wände, was für Bilder hängen dort, gibt es frische Blumen oder uralte Zeitschriften?
Empfängt Sie dann Ihr Gesprächspartner, treffen Sie innerhalb von Sekundenbruchteilen ihr Urteil: Sympathisch oder nicht. Schon jetzt entscheidet sich in den meisten Fällen, ob es zu einer Zusammenarbeit kommen kann – oder nicht. Alles, was später im Gespräch erwähnt wird, wird durch die Brille gesehen, die Sie sich in den ersten Sekunden aufgesetzt haben. Da kann noch so viel kompetenz und Fachwissen vorhanden sein, mögen Sie diesen Menschen nicht, interessiert Sie das höchstens am Rande – und Sie suchen schon im Gespräch unbewusst Gründe, um abzusagen. Jedes kleine Detail wird jetzt im Zweifelsfall negativ ausgelegt. Mögen Sie die Person aber, dann sehen Sie über einige sonst störende Aspekte einfach hinweg.
Schon auf der Startseite müssen entsprechende emotionale Bindungen geknüpft werden. Der Besucher will hier nicht auf schnellstem Wege auf irgendeine Produktseite, sondern versucht von Anfang an, sich einen Eindruck zu verschaffen: Mit welchem Menschen habe ich es hier zu tun? Ist er kompetent? Kann ich ihm vertrauen?
Gerade in diesem Segment entscheiden oft schon die ersten Sekunden über Sympathie oder Abneigung. Die Farben eines Onlineshops sind eher nebensächlich, die auf einer Coach-Seite dagegen nicht. “Herzlich Willkommen in unserem Onlineshop” ist Platzverschwendung. “Herzlich Willkommen, ich bin xyz und ich möchte Ihnen helfen bei …” kann (kombiniert mit einem sympathischen Lächeln auf einem Foto) die Gefühle des Besuchers nachhaltig beeinflussen. Wir Menschen treffen Urteile über Sympathie oder Abneigung im Unterbewusstsein innerhalb weniger Sekunden. Dieses (Vor-)Urteil später zu revidieren ist so gut wie unmöglich. Der erste Eindruck zählt – auch auf der Startseite der Homepage.
Bestimmt ist es Ihnen auch schon einmal so gegangen: Sie haben auf einer Webseite einen Termin für ein Telefonat gemacht – und auf der Webseite auch ein Fotos der Person, mit der Sie telefonieren werden, gesehen. Allein durch das Anblicken dieses Fotos haben Sie sich ein emotionales Bild dieser Person gemacht – und sind verwirrt, wenn zum Beispiel die Stimme der Person nicht zu diesem selbstgemachten Bild passt. Es ist erstaunlich, welche Wirkung allein ein Foto als erster Eindruck hat.
Startseite für Anbieter von Online-Kursen
so ein Mittelding
man verkauft eigentlich digitale Produkte, die sind aber eng mit der Person, die sie erstellt hat verbunden. Oft bieten zum Beispiel Coaches neben ihren Coachings auch Online-Kurse oder eBooks an.
Die Startseite nimmt den “Roten Faden” auf
Das Marketing-Konzept darf nicht auf der Startseite enden. Die Startseite ist ein, wenn auch wichtiger Teil, eines Gesamtkonzeptes.
Die Startseite ist nicht gleichzeitig das Ziel des Besuchers. Sie ist ein Verteiler, ein Sortierer, ein Verstärker,
All das soll zu einer einzigen Aktion führen: dem zweiten Klick!
Ist die Startseite wirklich die wichtigste Seite einer Hompepage?
Immer wieder liest man, der wichtigste Teil einer Webseite sei die Startseite. Auf ihr muss der Fokus liegen, vor allem sie müsse optimiert werden. Viele Internet-Unternehmer wenden eine Menge Zeit auf, um Werbekampagnen zu konzipieren oder Newsletter-Reihen zu entwerfen – bringen den aufwendig generierten (und oft auch teuer bezahlten) Traffic dann auf ihre Startseite und hoffen, dass der Besucher sich von dort ab selbst hilft. Abbruchraten von teilweise 90 Prozent sind die Folge.
Ist eine Startseite wirklich die wichtigste Seite einer Webseite? Nein, die wichtigste Seite ist immer diejenige, auf der der Besucher das machen soll, was Sie möchten: Bestellen, Abonnieren, Termin vereinbaren, etc. Normalerweise gibt es dafür jeweils eigene Unterseiten, die Landingpages. Eine Webseite kann mehrere Landingpages haben. Onlineshops haben oft hunderte, manchmal tausende.
Der gesamte Marketing-Trichter, angefangen vom ersten Kontakt mit dem potenziellen Kunden (z. B. Suchmaschine oder Werbeanzeige) muss auf diese Landingpages fokussiert werden. Man muss den Besucher sozusagen “an die Leine” nehmen und bis zum gewünschten Ziel führen, Das schafft man, indem dem man sein Interesse weckt, es bis zum Ende aufrecht erhält und optimalerweise immer weiter verstärkt. Die Startseite ist meist ein Teil dieses Trichters. Sie kann die Besucher in die richtige Richtung lenken und “verloren gegangene Schäfchen wieder auf den richtigen Weg führen.
Auch auf Blogs kommen die meisten Besucher nicht über die Startseite sondern meist direkt auf einen ganz bestimmten Artikel.
Aber: Sehr viele Besucher klicken (wenn man es geschafft hat, das Interesse des Besuchers zu wecken) als zweites gezielt auf die Startseite, weil sie sich einen Überblick verschaffen und/oder zu weiteren Informationen und Inhalten navigieren wollen: Wo bin ich hier eigentlich gelandet? Wer steckt hinter der Webseite? Hier erkennt man klar die Bedeutung der Startseite als Dreh- und Angelpunkt einer Webseite. Sie kann (und muss) dem Besucher immer Hilfe geben, wenn er nicht weiter weiß.
Man kann es auch durch die ausgefeilteste Navigation und Nutzerführung nicht allen Besuchern gleichzeitig recht machen. Es gibt nicht den einen Weg vom ersten Klick bis hin zur Bestellung. Der eine sucht zwischendurch nach mehr Informationen zum Angebot, der andere will mehr über den Besitzer der Webseite wissen und ein Dritter erst einmal, ob auch der Datenschutz eingehalten wird. Eines aber haben alle gemeinsam: Sie gehen davon aus, dass sie den Weg zu diesen Informationen auf der Startseite finden!
Werbung auf der Startseite?
Die Startseite hat für gewöhnlich die meisten Besucher. Also wäre eine Werbung, sei es ein Affiliate-Link oder auch ein Werbebanner hier doch am besten “aufgehoben”, oder?
Darüber könnte man wohl lange diskutieren. Auf Affiliate-Seiten, die sozusagen “von der Werbung leben”, kann es durchaus Sinn machen. Generiert das Banner auf der Startseite gute Umsätze, dann ist es dort auch gut platziert.
Aber man muss auch immer bedenken:
- Klickt ein Besucher gleich auf der Startseite auf einen Werbelink, ist er mit diesem Klick auch gleich wieder weg von der Webseite.
- Schaffen Sie es dagegen, den Besucher für Inhalte auf den Unterseiten zu interessieren, bleibt er länger auf der Webseite und man hat mehr Zeit ihn davon zu überzeugen, das “Richtige” zu tun. :-)
Das gilt besonders auch für Affiliate-Seiten. Es ist ja ganz gut, dem Advertiser Besucher zu “schicken” in der Hoffnung, dass dieser auf dessen Webseite dann auch Provisionen generiert. Die Chance das er dies tut, steigt aber, je besser vorbereitet er dort ankommt.
Beispiel: Affiliate-Webseite zum Thema Kreuzfahrten
Man kann auf der Startseite einen Werbebanner von AIDA oder TUI-Cruises “aufstellen”. Schafft man es Besucher auf die Webseite zu bringen, die sich für Kreuzfahrten interessieren, werden wohl auch einige auf dieses Werbebanner klicken. Es ist aber eher wie eine Lotterie: Hoffentlich klickt der richtige Besucher auf dieses Werbebanner und navigiert sich dann selbst weiter durch das Angebot – bis er hoffentlich auch bucht.
Schafft man es aber, durch die gute Nutzerführung und Zielgruppensegmentierung auf der Startseite, einen Besucher, der sich eigentlich speziell für Mittelmeer-Kreuzfahrten interessiert, auf eine genau für diese Mittelmeer-Kreuzfahrt-Angebote optimierte Unterseite zu lotsen, auf der er noch einmal so richtig auf den Geschmack nach Oliven, Zitronen und tiefblauem Meer gebracht wird, ist die Chance, dass er, wenn er von dieser Unterseite aus über einen entsprechenden Textlink (oder auch über ein entsprechendes Werbebanner) auf genau die Angebotsseite für Mittelmeer-Kreuzfahrten bei AIDA oder TUI weitergeleitet wird, auch wirklich eine solche Reise bucht, deutlich größer.
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