Vielleicht erinnern Sie sich noch an den letzten Spotlight-Newsletter. Sorry, ich weiß, er ist gefĂŒhlt schon Jahre her –  und so liest er sich auch, zumindest in Teilen.

Ich hatte darin orakelt:

“Vielleicht wird Ende 2023 aber im Zusammenhang mit Suchmaschinen auch der Begriff ChatGPT in aller Munde sein.”

Tja, so kann man sich irren! Schon seit Anfang des Jahres dreht es sich in den Newslettern, die ich bekomme, in Zeitungsartikeln, Radiosendungen und kompletten Talkshows gefĂŒhlt um nichts anderes als das Thema ChatGPT, Lernende Systeme oder KĂŒnstliche Intelligenz im allgemeinen. Gerade eben wurde ChatGPT 4 veröffentlicht, welches den schon beeindruckenden VorgĂ€nger noch einmal deutlich in den Schatten stellt. Tools und Apps, die darauf basierend neue Anwendungen ermöglichen, schießen wie Pilze aus dem Boden. Die digitale Welt ist in Bewegung geraten!

Eine tickende Zeitbombe?

Die KI-Entwicklung geschieht in einem absolut atemberaubenden Tempo. So rasant, dass selbst KI-Entwickler und Internet-Koryphaen wie Elon Musk und Steve Wozniak kalte FĂŒsse bekommen und einen 6 monatigen Stopp vorgeschlagen haben, um sich auf Regeln zu verstĂ€ndigen, damit diese neue Technologie nicht auch so aus dem Ruder lĂ€uft wie alles andere bisher, angefangen bei der Dotcom-Blase Anfang des Jahrtausends bis hin zu den ganzen Datenklau- und Manipulationsskandalen rund um Social Media.

Das wĂ€re wohl auch dringend nötig, wenn man sich bewusst macht, mit welchen Datenmengen gearbeitet wird. TatsĂ€chlich weiß man nicht so genau, woher die Daten kommen, mit denen diese KI-Programme trainiert werden. Urheberrecht, PrivatsphĂ€re, Fake News, Diskriminierung – alles das scheint bei der aktuellen Euphorie und Hysterie ĂŒberhaupt keine Rolle zu spielen.

Aber wir sollten uns wirklich schnellstmöglich Gedanken darĂŒber machen, wie kĂŒnstliche Intelligenz Entscheidungen treffen soll, die unser aller Leben schon in naher Zukunft in fast allen Bereichen, uns meist gar nicht bewusst, beeinflussen werden, bevor wir die Kontrolle darĂŒber irgendwelchen privaten, gewinngetriebenen Konzernen ĂŒberlassen. Sonst stecken wir viel schneller in einer KI-Filterblase als wir uns vorstellen können. Facebook sollte uns ein warnendes Beispiel sein.

Abgesehen vom möglichen bewussten Missbrauch durch Anbieter oder Anwender hat KI zwei grundsĂ€tzliche SchwĂ€chen: Sie nutzt lediglich Daten aus der Vergangenheit und sie liefert keine konkreten, individuellen Ergebnisse (auch, wenn sich das so anfĂŒhlen mag). Es sind alles lediglich ungeprĂŒfte Verallgemeinerungen basierend auf Wahrscheinlichkeit. Das ist problematisch, denn

  • wer (oder was) unkontrolliert aus der Vergangenheit lernt, lernt zwangslĂ€ufig auch alle Fehler der Vergangenheit.
  • wer (oder was) aus einer statistischen Datenmasse auf das Verhalten oder das Denken einer einzelnen Person schließen will, verstĂ€rkt und verfestigt Diskriminierung.

Bei Facebook und Co. kann man mit etwas Aufwand seine persönlichen Daten löschen lassen oder man nutzt diese Angebote einfach nicht mehr – versuchen Sie dies einmal bei einer KI.

Diese anscheinend so besorgt geforderte Entwicklungspause ist natĂŒrlich absolut unrealistisch, wahrscheinlich auch eher von egoistischen Interessen getrieben, denn profitieren von einem solchen Stopp wĂŒrden natĂŒrlich nur die, die aktuell die Nase vorn haben.


 oder die Chance auf ein neues Denken?

Aber bei aller Skepsis: Um KI kommen wir, ob wir wollen oder nicht, egal ob als Unternehmer oder Privatperson, nicht drumrum. Besser also, wir sehen der Zukunft direkt ins Auge:

Das Thema KĂŒnstliche Intelligenz hat eingeschlagen wie eine Bombe. Und das zu Recht, denn hier hat gerade eine Revolution begonnen, ein neues digitales Zeitalter. In ein paar Jahren wird uns die Zeit vor KI vorkommen, wie den Menschen im 15. Jahrhundert die Zeit vor der Erfindung des Buchdrucks. Nein, das ist jetzt nicht zu hoch gegriffen, denn diese Technologie wird die Art und Weise, wie wir Inhalte erstellen und auch konsumieren, revolutionieren. Vor Johannes Gutenberg war es extrem mĂŒhselig und auch teuer, Inhalte in geschriebener Form zu erstellen und zu vervielfĂ€ltigen. BĂŒcher wurden handgeschrieben und auch von Hand kopiert. Nur die Klöster konnten sich billige MönchsarbeitskrĂ€fte leisten, die Manuskripte Seite fĂŒr Seite kopierten. Der normale Bauer, Handwerker oder HĂ€ndler bekam wahrscheinlich nie ein Buch auch nur zu Gesicht. Aber lesen konnte er sowieso nicht, warum auch.

Heute sieht man Gutenbergs Erfindung als Beginn der Neuzeit. Innerhalb von nur etwa 50 Jahren waren bereits mehr als 25.000 verschiedene Titel mit einer Gesamtauflage von geschĂ€tzt mehr als 12 Millionen Exemplaren erschienen. Das Wissen explodierte förmlich. Immer mehr Menschen lernten lesen und schreiben – und erschlossen sich so neues – oder auch lĂ€ngst vergessenes altes – Wissen. Neue Ideen wurden rasend schnell verbreitet. Humanismus und auch die Renaissance wĂ€ren ohne die Erfindung des Buchdrucks so nicht denkbar. Martin Luthers Thesen hĂ€tten vielleicht auch so an der KirchentĂŒr in Wittenberg gehangen, aber niemand, außer den wenigen Einwohnern der Stadt Witttenberg, hĂ€tte sie gelesen. Und auch seine BibelĂŒbersetzung ins Deutsche wĂ€re nicht viel mehr als eine Art Zeitvertreib wĂ€hrend seiner Zeit auf der Wartburg geblieben. Eine Reformation hĂ€tte dies gewiss nicht ausgelöst.

Etwas ganz Ă€hnliches steht uns auch in den nĂ€chsten Monaten und Jahren bevor: Heute ist es noch mĂŒhselig oder vergleichsweise teuer, Inhalte zu erstellen oder erstellen zu lassen. FĂŒr einen guten Blogartikel braucht man schon einige Stunden (oder gar Tage), ein Video ist auch nicht nebenbei gemacht und fĂŒr halbwegs passende Bilder muss man sich erst durch diverse Datenbanken klicken. Das ganze kostet entweder eine Menge Zeit oder eine Menge Geld. Aber das wird sich schlagartig Ă€ndern!

Was ist KĂŒnstliche Intelligenz eigentlich?

KĂŒnstliche Intelligenz (KI) bezieht sich auf die FĂ€higkeit von Maschinen, komplexe Probleme zu lösen, die normalerweise menschliches Denken erfordern. KI umfasst eine Reihe von Technologien und Techniken, die es Maschinen ermöglichen, aus Erfahrungen zu lernen, Entscheidungen zu treffen und menschenĂ€hnliches Verhalten zu zeigen.

KI kann auf verschiedene Weise angewendet werden, wie zum Beispiel in der Spracherkennung, Bilderkennung, Robotik, Datenanalyse und Entscheidungsfindung. Es gibt verschiedene Arten von KI, darunter schwache KI, starke KI und superintelligente KI.

Was kann KI?

Durch die Erfindung des Buchdrucks ließen sich auf einmal, sozusagen von heute auf morgen, Texte schnell, gĂŒnstig und massenhaft produzieren und reproduzieren. Das Denken blieb aber weiterhin den Autoren und Lesern ĂŒberlassen.

Die “Erfindung” der KI revolutioniert dagegenn nicht nur Produktions- und Herstellungsprozesse. Sie greift auch automatisch in Denkprozesse ein. Zwar ersetzt sie unsere Intelligenz nicht, aber aber sie kann uns dabei unterstĂŒtzen, bessere Entscheidungen zu treffen, komplexe Probleme zu lösen und die Effizienz in verschiedenen Bereichen zu verbessern.

KĂŒnstliche Intelligenz (KI) kann viele Dinge tun, darunter:

  1. Datenanalyse: KI kann große Datenmengen analysieren und Muster und Trends erkennen, die fĂŒr Menschen schwer zu erkennen wĂ€ren.
  2. Spracherkennung: KI-Systeme können menschliche Sprache verstehen und interpretieren, einschließlich Sprachbefehlen, die zur Steuerung von GerĂ€ten verwendet werden können.
  3. Bilderkennung: KI-Systeme können Bilder und Videos analysieren und automatisch Objekte und Personen erkennen.
  4. Entscheidungsfindung: KI-Systeme können Entscheidungen auf der Grundlage von Daten und Algorithmen treffen, um Prozesse zu optimieren oder zu automatisieren.
  5. Robotik: KI-basierte Roboter können komplexe Aufgaben ausfĂŒhren, die fĂŒr Menschen zu gefĂ€hrlich oder unmöglich sind.
  6. Vorhersage und Prognose: KI kann verwendet werden, um Vorhersagen und Prognosen in verschiedenen Branchen zu treffen, wie zum Beispiel im Finanzwesen, in der Wettervorhersage und im Gesundheitswesen.
  7. NatĂŒrliche Sprachverarbeitung: KI kann Texte und Sprache in natĂŒrlicher Sprache verstehen und generieren, um menschenĂ€hnliche Interaktionen zu ermöglichen.

Was kann KI (noch) nicht?

Die FÀhigkeiten von KI-Systemen sind jedoch begrenzt und hÀngen von der QualitÀt der Daten, der KomplexitÀt der Aufgabe und der FÀhigkeit des Algorithmus ab, Muster und ZusammenhÀnge in den Daten zu erkennen.

KI-Systeme sind in vielen Bereichen noch nicht so gut wie der menschliche Verstand. Sie können keine moralischen oder ethischen Entscheidungen treffen, da sie keine menschlichen Werte oder Empfindungen haben. Es gibt auch viele Bereiche, in denen die menschliche Intelligenz ĂŒberlegen bleibt, wie beispielsweise in der KreativitĂ€t, im emotionalen VerstĂ€ndnis, im Umgang mit Unsicherheiten und in der zwischenmenschlichen Interaktion.

KI-Systeme können Informationen zwar schnell verarbeiten und komplexe Entscheidungen auf der Grundlage von Daten und Regeln treffen. Sie können lernen, Muster und ZusammenhĂ€nge in Daten zu erkennen und diese Erkenntnisse zur Verbesserung ihrer Leistung zu nutzen. Aber KI-Systeme können nicht das gleiche intuitive, kreative und kritische Denken ausĂŒben wie Menschen, das durch Erfahrung, Wissen und Kontext beeinflusst wird.

KĂŒnstliche Intelligenz steckt schon heute in Software-Anwendungen wie ChatGPT, der Facebook-Newsfeed, Amazons Kaufempfehlungen ebenso wie in Robotern,, selbstfahrenden Autos, virtuellen Assistenten (Alexa, Siri, etc.), aber auch in Thermostaten oder Ampeln und schon bald wohl in medizinischer Diagnosesoftware.

KI wird Lieferketten automatisieren und ErnteertrĂ€ge optimieren, das Lernen in der Schule auf den Kopf stellen und unseren Energieverbrauch dynamisieren. Sie wird Spielfiguren und Spitzensportler individuell trainieren. Menschen in Ämtern, Behörden und Firmen bei Entscheidungen beraten und vor möglichen Gefahren schon im Vorfeld warnen. Das Anwendungsfeld ist bereits groß und wird in Zukunft riesig werden.

Sie kann Texte, Bilder und bald auch Videos erschaffen, die absolut original aussehn. Sie kann Lebendige in Aussehen, Bewegung und auch Sprache imitieren und schon bald auch Tote – zumindest virtuell –  zum Leben erwecken. Sie kann Werbung optimieren, egal, ob von Konzernen, Parteien oder Diktatoren. Sie kann und wird unser aller Leben in allen Lebensbereichen nachhaltig verĂ€ndern.

Das kann zum Vorteil fĂŒr jeden einzelnen von und und auch fĂŒr uns alle sein – aber auch das genaue Gegenteil. KĂŒnstliche Intelligenz hat keine Moral, kein Gewissen, keine ethischen Normen – und kann in keinem Fall zur Verantwortung gezogen werden. Sie ist nur eine Maschine, die macht, was man ihr beibringt. Sie ist also nur so gut, oder auch so schlecht, wie ihr Nutzer.

Absolute Pessimisten sehen tiefschwarz und erwarten, dass die Menschheit sich in zwei Jahren gegenseitig ausgelöscht hat, gehetzt und getrieben von Fake News und Propaganda oder gar einer hochintelligenten KI, die den Menschen als Ursache allen Übels der Welt erkannt und deshalb von dieser eliminiert hat.

Absolute Optimisten sehen in der KI die unverhoffte Möglichkeit sĂ€mtliche Krisen von der Klimakrise, ĂŒber Hunger, Armut, Krieg und Krankheiten schneller zu lösen als wir uns trĂ€umen lassen und eine gerechte Welt fĂŒr jederman zu schaffen. Aber die Zukunft exakt vorhersagen kann auch die beste KĂŒnstliche Intelligenz nicht.  Deshalb: GefĂ€hrliche Zeitbombe oder geniale Denkmaschine? Beides ist (noch) möglich.

Das waren jetzt einige Gedanken zum Thema KI im Großen und Ganzen. Im nĂ€chsten Spotlight werde ich dann genauer auf die Möglichkeiten eingehen, die KI uns als Internet-Unternehmer/innen bietet. Ich bereite dazu aktuell auch einen hochinteressanten Onlinekurs vor, in dem ich einige wirklich beeindruckende KI-Tool vorstellen werde. Und versprochen: Es wird nicht wieder Monate dauern! â˜ș

P.S.: Ja, der Artikel wurde in Teilen mit Hilfe von KI geschrieben. Ich hoffe, man merkt den Unterschied!

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